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ANGA COM 2015

Die ANGA COM hat sich als Konferenz rund um Breitband und TV-Medien etabliert. Vom 9. bis 11. Juni traf sich die Branche zum 16. Mal in Köln. Diskussionsthema dieses Jahr: Wie lassen sich veränderte Seh- und Konsumgewohnheiten mit den regulatorischen Rahmenbedingungen in neue TV-Funktionen wie z.B. Catch-up & Replay umsetzen? mm1 war vor Ort und gibt einen Überblick über die wichtigsten Trends.

Keynote: Fernsehen, Radio, Web. Aber „What’s next?“

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft stellte mit ihrer Eröffnungsrede „What’s next?“ die Dynamik der Branche heraus und betonte in diesem Zusammenhang die zentrale Aufgabe der Politik, dem digitalen Wandel einen Rahmen zu setzen. Das Ziel, für Innovationen faire Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, erfordert aus ihrer Sicht zeitgemäße, einheitliche Richtlinien für Mediendienste und eine entsprechende Netzregulierung auf EU-Ebene. Aufgabe erkannt, Lösung steht noch aus, Frau Ministerpräsidentin!

In den anschließenden Podiumsdiskussionen betonten führende Vertreter der Branche (u.a. Liberty Global CEO Michael T. Fries, ProSiebenSat.1 Media AG Vorstand Conrad Albert, GL-Mitglied Mediengruppe RTL Deutschland Marc Schröder und UnityMedia CEO Lutz Schüler) die Chancen, die aktuelle Technologien den Wettbewerbern bieten, und forderten gleichzeitig vehement die notwendige Modernisierung der digitalen Medienordnung.

 

Fachpanels: Rechtliche Rahmenbedingungen ausschöpfen und Mehrwerte schaffen

In den Technikpanels wurden neue Technologien (z.B. DOCSIS 3.1, RDK, DVB-T2) präsentiert, und es wurde illustriert wie sich daraus für den Kunden attraktive Features wie z.B. TV Anytime & Everywhere, CloudTV oder auch der NetPVR realisieren lassen. In den strategischen Panels wurde schwerpunktmäßig diskutiert, wie sich die technischen Möglichkeiten im vorgegebenen rechtlichen Rahmen schon heute effektiv nutzen lassen. Die wichtigsten Erkenntnisse:

 

  • Auch wenn lineares Fernsehen derzeit noch die Bewegtbildnutzung über alle Altersgruppen hinweg dominiert, ist einhellige Meinung, dass die junge Generation zunehmend On-Demand Inhalte als selbstverständlich voraussetzt und sich nur noch für Großereignisse (Champions League, Olympia, Grand Prix d’Eurovision, …) an feste Sendezeiten halten wird.
  • Die echte mobile Nutzung bleibt derzeit noch hinter den Erwartungen zurück – 90 % der OTT-Angebote werden in den eigenen Wänden genutzt –dennoch gilt die Verfügbarkeit von Angeboten und Features mit guter Usability über alle Endgeräte als zentral für den zukünftigen Erfolg von Medienangeboten.
  • Die Bindung der Kunden an Medienangebote wird dort gelingen, wo die attraktivsten Features mit guter Nutzererfahrung gepaart werden. Wer sich noch weiter vom Wettbewerb differenzieren will, produziert zudem eigenen Content oder verfolgt als Aggregator den Ansatz, eine Vielzahl von unterschiedlichen Diensten einheitlich erlebbar zu machen.
  • Die technische Umsetzung neuer Angebote wie beispielsweise Net- oder CloudPVR ist gelöst. Komplexität und Zeitaufwand bei der Realisierung dieser Angebote entstehen durch die Rechtslage (Stichwort „Privatkopie“).
  • Am Beispiel des Marktes Schweiz zeigt sich, wie ein wohlmeinendes regulatorisches Umfeld eine schnelle Einführung  innovativer Features wie Catch-Up und Replay TV befördert und so Kunden von einer „kostenlosen“ SAT-Lösung zu einem kostenpflichtigen IPTV-Produkt wechseln lässt.
  • Um Kunden weiter zu monetarisieren, entwickeln die Sender ihre Angebote jenseits PayTV und VoD konsequent aus: mittels Mediatheken, Catch-Up TV oder auch Pre-TV soll den Kunden noch mehr Spielraum bei der Nutzung des vorhandenen Contents gegeben werden.

 

Die ANGA COM bietet dem europäischen Fachpublikum eine Plattform, um sich mit Branchengrößen und Technologie-Experten auszutauschen, neue Trends & Strategien aufzugreifen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. „Noch schielen die Deutschen neidisch auf das Schweizer TV-Feature-Angebot. Die ersten Weichen werden aber derzeit gestellt und Catch-Up und Replay TV werden mit großer Wahrscheinlichkeit die nächsten großen Features im deutschen TV-Markt sein“, so Dr. Mirko Knoll, Senior Consultant bei mm1.

 

Mehr Details zur Marktenwicklung lesen Sie im mm1 Trendpaper "Fernsehen 2017 in Deutschland".

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