Die Digitalisierung ist bei den Schweizer Vermögensverwaltern angekommen

Vermögensverwalter müssen Handlungsmöglichkeiten aktiv nutzen, um nicht im Sumpf der Regulierungen unterzugehen. Christian Ziegler von mm1 Schweiz zeigte am Donnerstag, 28. Juni an der IFZ Konferenz der Schweizer Vermögensverwalter auf, welche Möglichkeiten der Einsatz von Technologie im Vertrieb bietet.

Erfolg im Vertrieb hängt nicht nur vom richtigen Produkt ab. Auch dessen Platzierung zum richtigen Zeitpunkt, über den richtige Kanal und beim richtigen Kunden sind erfolgsentscheidend.

Zum richtigen Zeitpunkt

Neuanschaffungen und veränderte Lebenssituationen sind die Hauptgründe, warum sich ein Kunde informiert. Vermögensverwalter müssen diesen Zeitpunkt für den Vertrieb nutzen. Sie sollten über Suchmaschinen auffindbar sein, ihre Differenzierungsmerkmale auf ihrer Webseite anpreisen und bei Online-Vergleichsdiensten präsent sein. Denn dies sind die Hauptinformationsquellen der Kunden. Jedoch sind auch Offline-Kanäle immer noch von Bedeutung. Ihre Relevanz steigt vor dem Erwerb von Produkten.

Über den richtigen Kanal

Oft herrscht der Mythos, dass das Alter und die Wertorientierung geeignete Merkmale zur Differenzierung der Online-Affinität sind. Dies trifft jedoch nicht zu. Hinzu kommt, dass eine strikte Einteilung der Kunden in online und offline meist nicht mehr möglich ist. Deshalb ist es wichtig, den Kunden kanalübergreifende Touchpoints anzubieten, so dass sie den Kanal selbst wählen können.

Bei der Gestaltung der online Kanäle kommt der Digital Customer Experience eine wichtige Bedeutung zu. Heutzutage sind sich die Kunden die User Experience von Apple, Amazon und Co. gewohnt und haben daher auch dieselben Erwartungen an ihre Vermögensverwalter. Um die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen, müssen deshalb einfache, nutzerfreundliche, personalisierte und reibungslose Prozesse angeboten werden.

Technologie im Vertrieb

Den Vermögensverwaltern wird oft vorgeworfen, dass sie in Sachen Digitalisierung anderen Branchen enorm hinterherhinken. Eine Umfrage, die während der IFZ Konferenz durchgeführt worden ist, zeigt jedoch, dass sich die externen Schweizer Vermögensverwalter dem digitalen Wandel angenommen haben. 43% gaben an, dass sie bereits erste Projekte umgesetzt haben und weitere geplant sind. Bei 49% ist der digitale Wandel sogar bereits im vollen Gange.