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Engere Beziehungen zu Versicherungskunden mit datenbasierten Geschäftsmodellen

…standen im Mittelpunkt einer Future.Value Tagung der Hochschule St. Gallen am 22. Februar. Gastgeber war IBM mit seinem Watson IOT Center in München. Uwe Klötzner war vor Ort und hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Die Verfügbarkeit von Daten ermöglicht in der Versicherungswirtschaft neue Services und Geschäftsmodelle sowohl bei der Erschliessung neuer Zielgruppen als auch über die reine Versicherung hinaus. Einige Beispiele:

  • „Bought by many“ bündelt bisher schwer oder gar nicht versicherbare Risiken, wie z.B. eine Reisekrankenversicherung fast ohne Ausschlüsse. Die Bündelung seltener Risiken, die sonst abgelehnt werden, wird so zum Geschäftsmodell.
     
  • Telematiktarife wie Friday oder Metromile rechnen die Motorfahrzeugversicherung ausschliesslich nach gefahrenen Kilometern (Pay per use) oder Fahrverhalten (pay as you drive) ab – und benötigen auch keinen mehrseitigen Antragsbogen.
     
  • Pitpat verknüpft eine Hundeversicherung mit einem Wearable und liefert Gesundheitsdaten.

Voraussetzung dafür ist eine möglichst große Bereitschaft der Kunden, Daten zu teilen. In einer internationalen IBM-Studie äußerten nur 42% der Verbraucher, dass sie der Versicherungsbranche vertrauen. Die Voraussetzungen für datenbasierte Services könnten also besser sein. Empfohlen werden:

  • Hohe Transparenz: Erläuterung, was wie und wozu verarbeitet wird, wobei länderspezifische Besonderheiten zu beachten sind (z.B. Mentalität, unterschiedliche Bereitschaft zum Datenteilen).
     
  • Deutliche Kommunikation der Mehrwerte: Finanzielle Anreize, Bequemlichkeit oder Nutzen für Dritte. Entscheidend sind jedoch die vom Kunden wahrgenommenen Vorteile. Hier helfen Loyalty Programme, in deren Rahmen Kunden belohnt werden können. Insgesamt sollten sich Unternehmen stärker auf qualitativ hochwertige Dienste fokussieren als auf die finanzielle Belohnung.
     
  • Minimierung der Kosten in Form von Zeit/Aufwand, Verlust an Privatsphäre etc.

Mit Daten können auch bestehende Prozesse weiterentwickelt werden. Inzwischen stammen 40% der neu erzeugten Daten von Gegenständen mit Sensoren (Internet of Things - IoT). Für Versicherungen liegt in der Nutzung von IoT-Technologie durchaus Potenzial - etwa in diesen Feldern:

  • Automatische Schadenbearbeitung, z.B. durch automatische Auswertung von Fotos oder wenn nach Naturkatastrophen Schäden mittels Drohnenfotos lokalisiert und Schadenhöhen geschätzt werden.
     
  • Stärkung der Kundenbeziehung durch das Vermeiden von Schäden in Verbindung mit Predictive Maintenance-Konzepten.
     
  • Stärkung der Vorsorge: z.B. können Feuchtigkeitssensoren Wasserschäden frühzeitig erkennen und durch schnelleres Eingreifen die Schadenhöhe geringer halten.
     
  • Ausweitung der Kundenbeziehung durch Geschäftsmodelle, die Sensoren und digitale Services kombinieren.

Digitale Geschäftsmodelle und Services bieten Versicherungen die Chance, ihre Kundenbeziehungen enger zu gestalten als bisher und gleichzeitig das eigene Image zu verbessern. Bei aller Begeisterung für die technischen Möglichkeiten darf jedoch der wirtschaftliche Mehrwert eingesetzter Technologie nicht außer Acht gelassen werden.

mm1 unterstützt Sie bei der Definition, der systematischen Bewertung der Erfolgschancen von Geschäftsmodellen und der Umsetzung in Geschäftsprozesse und funktionierende IT-Systeme.